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WM: Von Fanjubel auf Autobahnen ist abzuraten

Alkohol und Versicherungen vertragen sich nicht

Versmold, 11. Juni 2018 - Die WM steht vor der Tür und die Fußballfans sind landauf, landab in euphorisierter Stimmung. Viele werden in den kommenden vier Wochen ihrer Begeisterung mit Fahnen am Auto ausdrücken. Doch dies kann Folgen haben: „Bricht eine Autofahne ab und verletzt andere Verkehrsteilnehmer oder beschädigt ein dahinter fahrendes Fahrzeug, springt die Kfz-Haftpflichtversicherung ein“, informiert Hartmut Loew, Sprecher des Bezirks Ostwestfalen-Lippe im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). 

Lädt jedoch dieselbe Fahnenbefestigung zum Einbruch in das Fan-Vehikel, wirkt das nicht nur als Spaßbremse. Der Fußballfreund bleibt auch auf seinem Schaden sitzen. „Weil bereits ein kleiner Fensterspalt das Einbruchsrisiko erhöht, muss sich der Autofahrer dann grobe Fahrlässigkeit von seiner Versicherungsgesellschaft vorwerfen lassen“, betont Loew. Die Kaskoversicherung kann dann die Schadensumme entsprechend den Schuldumständen vermindern oder die Schadenregulierung komplett verweigern.

Ganz anders sieht die ‚Flaggenparade’ auf Autobahnen aus. Dort kann die Fahne aufgrund der höheren Geschwindigkeit leicht abbrechen und andere Verkehrsteilnehmer behindern oder gar zu einem Unfall führen. Von Autobahnfahrten mit Beflaggung ist daher dringend abzuraten, da es als ‚grobe Fahrlässigkeit’ ausgelegt werden kann. Außerdem ist darauf zu achten, dass mit Fahnen am Auto die freie Sicht und sonstige Verkehrssicherheit nicht eingeschränkt werden.

Auch der Alkoholkonsum kann - anders als gedacht - zu Unannehmlichkeiten führen, insbesondere bei Unfällen mit teuren Folgen. Als Autofahrer sollte er aus bekannten Gründen selbstverständlich tabu sein. Versicherungen können von alkoholisierten Lenkern im Schadensfall bis zu einer Höchstsumme von 5.000 Euro verlangen, wenn ihr Drogenkonsum ursächlich für den Unfall war und außerdem Leistungen aus der eigenen Kasko-Versicherung mindern. Denn Autofahren unter Alkoholeinfluss stellt eine grobe Verletzung der Obliegenheitspflichten dar.

Und auch die privat abgeschlossene Unfallversicherung kann bei einem Unfall wegen Bewusstseinsstörungen durch Alkohol und anderer Drogen die Zahlungen verweigern. „Und der Versicherte muss selbst beweisen, dass der Unfall auch ohne Rauschgift eingetreten wäre, damit er seine vereinbarten privaten Leistungen erhält“, sagt Loew. Daher der Rat: „Mit wenig oder gar keinem Alkohol lässt sich entspannter und folgenärmer feiern.“

Schutz auf Fanpartys

Doch auch ohne Auto und anderer Fortbewegungsmittel können einige Malheurs passieren: Beispielsweise können bei Public Viewing Langfinger die Unaufmerksamkeit von Fans ausnutzen und Portemonnaies, Smartphones oder Fotoapparate entwenden. „Dann kann nur derjenige Ersatz von der Versicherung erwarten, der eine Hausratversicherung abgeschlossen hat. Diese übernimmt nämlich den Schadenersatz auch außerhalb der eigenen vier Wänden als eine Außenversicherung i.d.R. bis zu einer Höhe von 1.000 Euro“, so Loew. „Voraussetzung ist allerdings – neben einer polizeilichen Anzeige - , dass das Portemonnaie durch einen Raubüberfall entwendet wurde, also der Beklaute durch den Dieb bedroht wurde. Einfacher Diebstahl reicht für die Deckung durch die Hausratversicherung nicht aus. Deshalb sind Zeugen für die Schadenregulierung wichtig.“

Wenn im Siegesrausch die Kleidung mit Bier, Currywurst und Ketchup ruiniert wurde, haftet immer der Verursacher für Schäden, die er anderen zufügt. Hat der Schädigende eine private Haftpflichtversicherung und hat das Bier nur versehentlich und ohne Vorsatz über die Kleidung gekippt, kommt dafür seine Versicherung auf.

Erleidet man während der Feiern einen Unfall und muss sogar ins Krankenhaus, sind am besten die dran, die eine private Unfallversicherung haben, weil sie unabhängig von Verschulden zahlt. Wird man sogar Invalide, übernimmt sie je nach gewähltem Leistungsumfang weitere Kosten für Haus/Wohnungsumbau, Pflegepersonal, Berufsumschulung etc.

Daneben übernehmen die private Krankenversicherung bzw. Krankenkasse die Kosten für die Krankenhausbehandlung. Gibt es für die Verletzung einen Verursacher, trägt seine private Haftpflichtversicherung alle Kosten, die mit diesem Malheur zusammenhängen. Verfügt der Schädigende nicht über diese elementare Versicherung kann man auch die eigene Privathaftpflicht in Anspruch nehmen, wenn man den Zusatzbaustein „Forderungsausfalldeckung“ in seinem Versicherungsvertrag eingeschlossen hat.

„Umgekehrt ist sie auch dafür zuständig, wenn man selbst im Siegesrausch andere aus Versehen verletzt. Sie trägt dann die Kosten für die Behandlung – sogar bis zu einer lebenslangen Rente“, betont Loew. „Die private Haftpflichtversicherung sollte daher in keinem Haushalt fehlen. Denn eine unbeabsichtigte Schädigung kann schnell passieren, insbesondere auf Fanpartys.“

Gewitter- und Unwetterschäden

Was decken Versicherungen ab?

Versmold, 1. Juni 2018 - Die schwülwarme Waschküchenluft hat vielerorts Starkregen, Gewitterböen und Hagel verursacht und in Versmold schwere Schäden angerichtet. Jetzt fragen sich viele, welche Versicherung für die Schäden aufkommt. Bei Autos, ist das relativ unproblematisch berichtet Hartmut Loew, Sprecher des Bezirks Ostwestfalen-Lippe im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). "Die Kasko-Versicherungen kommen dafür auf, wenn Autos durch umgestürzte Bäume, Hagel, herabgefallene Dachziegel oder durch Überflutung von Straßen beschädigt wurden. Sie zahlen, zwar abzüglich vereinbarter Selbstbehalte, aber ohne Rabattrückstufung. Wichtig ist, dass der Schaden den betreuenden Versicherungsvermittlern zügig gemeldet wird. Dann können die Schadenskosten auch zeitnah ersetzt werden.
 
Haus und Garten
Gewitterböen erreichen häufig Windstärke 8 und mehr, was Sturm bedeutet. Dann sind für Hausschäden die Gebäude-, und bei Inneneinrichtungen die Hausratversicherungen für den Schadenersatz zuständig, letztere auch für Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag. Ein genauer Blick in die Vertragsunterlagen gibt konkrete Auskunft, ob zusätzlich noch zertrümmerte Fenster- und Glasscheiben versichert sind.

Für Hochwasserschäden, beispielsweise verursacht durch einen Rückstau aus der überforderten Kanalisation, kommt nur eine Elementarschadenversicherung auf, die in die bereits bestehende Gebäude- oder Hausratversicherung eingeschlossen werden kann. "Die Elementarschadenversicherung deckt auch Schäden von Erdrutschen, Erdsenkungen und sogar von Erdbeben ab", informiert Loew "Eine Elementarschadenversicherung wird auch deswegen immer wichtiger, weil extreme Wetterphänomene im Zuge des Klimawandels zunehmen." Wer beim Umfang seines Versicherungsschutzes unsicher ist, sollte sich von einem Versicherungsvermittler beraten lassen.

Versicherungen für Gewässerschäden
Allerdings sind Schäden durch Auslaufen von Heizöl - wenn z. B. Starkregen den Keller überflutet - durch eine Elementarschadenversicherung nicht versichert. "Für diese Gewässer- und Bodenverschmutzung, die aufwändige Sanierungsarbeiten nach sich ziehen kann, reicht eine um Elementarschäden erweiterte Gebäude- oder Hausratversicherung nicht aus", betont Loew. "Deshalb sollten Hauseigentümer mit Ölheizungen, auch an eine Gewässerschadenhaftpflicht- bzw. Öltankversicherung denken."


Dächer inspizieren
Hauseigentümer, die dem ersten Anschein nach glimpflich davongekommen sind, sollten jetzt ihr Hausdach mustern. Denn auch verschobene oder gerissene Dachziegel sind Gewitterschäden, die vom Dachdecker und auf Kosten der Gebäudeversicherung gerichtet werden sollten. Ein Fernglas leistet hierbei gute Dienste und ist wesentlich ungefährlicher als eine eigene Inspektion auf dem Dach.

Mobilität auf zwei Rädern

Im Frühling nehmen Unfälle zu

 

Eigene und fremde Absicherung mildert Folgen

Versmold, 17. April 2018 – Der Frühling lockt mit seinen höheren Temperaturen und den längeren Tagen viele zu Fahrradtouren. Doch das Schöne hat leider auch seine Schattenseiten: Da viele im Winter aufs Rad verzichteten, sind sie jetzt im Umgang damit noch ungeübt. Gerade zum Frühlingsbeginn häufen sich deshalb Unfälle auf zwei Rädern. Einige davon sind schwer und die Leidtragenden werden für ihr weiteres Leben leider was davon mitnehmen. „Hier können Unfallversicherungen weiterhelfen“, informiert Hartmut Loew, Sprecher des Bezirks Ostwestfalen-Lippe im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) „Passiert ein Unfall, übernehmen sie alle Kosten, die durch die dauerhaften körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen entstanden sind, bis hin zur Invalidität. Manche Vertragsvarianten bieten sogar einen Hinterbliebenenschutz für die Familie an.“

 

Kinderkulanz in der privaten Haftpflicht

Doch manchmal trifft es nicht einen selbst, sondern andere. Auch das kann ruinös enden, denn ein selbst verursachter Schaden, der andere zu Invaliden macht, kann in die Millionen gehen. „Deshalb ist es ratsam, auf jeden Fall eine private Haftpflichtversicherung zu haben, bevor man sich zu ausgedehnten Fahrradtouren locken lässt“, empfiehlt Loew. Diese Versicherung kostet im Jahr meist nur einen zweistelligen Betrag und kommt auch für zahlreiche andere Schäden auf, die man unabsichtlich oder fahrlässig anderen zufügt.

Da sie eine Familienversicherung ist, kann sie auch Schäden abdecken, die minderjährige Kinder anderen zufügen, beispielsweise wenn sie mit ihrem Fahr- oder Laufrad parkende Autos zerkratzen. Doch Kinder unter sieben Jahren sind generell nicht deliktfähig und können deshalb auch nicht für Schäden haftbar gemacht werden. Bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr sind Kinder auch für fahrlässig verursachte Schäden im Straßenverkehr nicht verantwortlich.

Deshalb bieten einige Haftpflichtversicherer eine so genannte Kinderkulanzklausel an, die auch Schäden deliktunfähiger Kinder abdeckt. Der Haftungsschutz von Familienangehörigen geht bei privaten Haftpflichtversicherungen aber noch weiter: Auch wenn der Nachwuchs noch in der Ausbildung ist, deckt diese Versicherung Schäden ab, die er anderen zufügt. Eine private Haftpflichtversicherung sollte daher in keinem Haushalt fehlen.

 

Diebstahlgefahr nicht unterschätzen

Passionierte Radfahrer versichern nicht nur sich, sondern auch ihr Fahrrad gegen Diebstahl. Zu Recht, wie die Erfahrung zeigt. Denn mehr als sechsmal so viele Fahrräder wie Autos verschwinden, jährlich werden bis zu 400.000 Drahtesel in Deutschland gestohlen. Bei hochwertigen Rädern lohnt sich da, neben einem guten Schloss, die eigene Hausratversicherung zu prüfen und diese gegebenenfalls an die höheren Entschädigungsgrenzen anzupassen. Moderne Vertragsvarianten bieten auch Schutz, wenn das Fahrrad im gemeinschaftlichen Fahrradkeller abgeschlossen ist. Vorteil: Die Räder sind dann in der Hausratversicherung zum Neuwert versichert.

Bei neuangeschafften teuren E-Bikes oder „Pedal Electric Cycle“, kurz „Pedelec“, die mit einem elektrischen Hilfsmotor betrieben werden, sollte man sich vergewissern, dass der Diebstahlschutz auch in der Hausratversicherung eingeschlossen ist und die eigene Haftpflichtversicherung für Schäden aufkommt. Denn oftmals ist der Versicherungsschutz auf Fahrräder und ‚nicht selbstfahrende Fahrzeuge’ beschränkt. Deshalb sind die Besitzer von „Pedelecs“ mit Anfahrhilfe gut beraten, wenn sie vor der ersten Fahrt mit ihrem Versicherungskaufmann klären, ob ihre Versicherung für Schäden mit dem neuen E-Fahrrad aufkommt.

Zum Schulbeginn:

 

Trostpflaster gesetzliche Unfallversicherung


Nach zwei von drei schweren Unfällen ist gar nichts zu erwarten

Versmold, 7. September 2017 - Nachdem die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen vorbei sind und der Schulalltag wieder eingetreten ist, machen die Versicherungskaufleute darauf aufmerksam, dass die gesetzliche Unfallversicherung bei Schulunfällen und auf dem Weg dorthin nur sehr wenig zahlt. So erhält ein 14-Jähriger bei einem eingetretenen Unfall mit 60-prozentiger Invalidität eine Rente von derzeit 396 Euro monatlich. Bei völliger Erwerbsunfähigkeit werden ihm 661 Euro gezahlt, - zum Leben in Zukunft garantiert zu wenig.

Immerhin passierten in Deutschland 2016 rund 1,35 Millionen meldepflichtige Schulunfälle, 707 davon waren so schwer, dass die betroffenen Schüler eine gesetzliche Rente erhielten. Mag dieses Schicksal für das eigene Kind als unwahrscheinlich angesehen werden, wenn aber der Fall dann doch eintritt, ist der Geldbedarf groß. Rund zwei Drittel der schweren Schulkinder-Unfälle passieren zudem in der Freizeit. Dann bekommt man von der gesetzlichen Unfallversicherung gar nichts.

Solche zum Lebensunterhalt zu geringen Leistungen sind Anlass genug, sich Gedanken über eine private Unfallversicherung für Kinder zu machen. Hartmut Loew, Sprecher des Bezirks Ostwestfalen-Lippe im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), weist darauf hin, dass Zahlungen aus einer privaten Unfallversicherung die Leistungen aus der gesetzlichen Versicherung zudem nicht schmälern.

Der private finanzielle Schutz lässt sich sogar ziemlich preiswert arrangieren. Sind zum Beispiel für den Fall der Vollinvalidität rund eine Million Euro als Zahlung vereinbart, liegen die Versicherungskosten bei etwa 20 Euro monatlich, wenn man einen modernen Progressionstarif wählt. „Damit die Absicherung im Katastrophenfall nicht zum Trostpflaster wird, sollte man diese Größenordnung schon im Interesse der Kinder anpeilen“, raten Loew und Kollegen des BVK. „Zudem greift die private Unfallversicherung nicht nur in der Schule und auf dem Schulweg, sondern auch während aller Freizeitaktivitäten der Kinder. Und gerade dort passieren die meisten Kinderunfälle.“

Wenn's im Urlaub mit dem Auto kracht

 

Versmold, 9. August 2017 - Viele sind jetzt mit dem Auto im Urlaub unterwegs. Doch nach Schätzungen haben jedes Jahr rund 150 000 Autofahrer richtig Pech und sind im Ausland in einen Unfall verwickelt. Dann sind meist nicht nur die weiteren Urlaubspläne Makulatur, sondern die Unfallopfer müssen sich noch in einer fremden Sprache mit versicherungstechnischem Hickhack und der Schadensregulierung herumschlagen.

„Grundsätzlich empfiehlt es sich in osteuropäischen Ländern wie Polen, der Slowakei und Tschechien die Polizei zu alarmieren, weil häufig das polizeiliche Unfallprotokoll als Grundlage für Regulierung genommen wird“, sagt Hartmut Loew, Sprecher des Bezirks Ostwestfalen-Lippe im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). „Man sollte sich auch eine Protokoll-Durchschrift geben lassen und auf keinen Fall ein unüberlegtes Schuldanerkenntnis - noch dazu in einer fremden Sprache - abgeben. Das schmälert nämlich drastisch die Chancen auf einen Schadensersatzanspruch gegenüber der ausländischen Versicherung.“

Europäischer Unfallbericht wichtig

Ist man selbst verletzt worden, ist es sehr ratsam, zeitnah einen Arzt im Reiseland aufzusuchen und sich ein Attest ausstellen zu lassen. Das könnte später Grundlage für einen Anspruch auf Schmerzensgeld sein. Bevor die Polizei am Unfallort eintrifft, sollte man - wenn man selbst unverletzt ist - Dokumentationsfotos von der Unfallstelle anfertigen, Zeugenadressen aufnehmen und schon mal gemeinsam mit dem Unfallgegner ein Unfallprotokoll ausfüllen. Sinnvoll ist es dabei, einen zweisprachigen „Europäischen Unfallbericht“ zu verwenden, der im Internet für das jeweilige Reiseland kostenlos heruntergeladen werden kann. „Außerdem empfiehlt es sich, nach der „Grünen Karte" des Unfallgegners zu fragen, die als internationaler Versicherungsnachweis gilt“, so Loew.

Zentralruf der Autoversicherer

Auch die Investition von paar Euro für einen Anruf nach Deutschland lohnt. Aus dem Ausland erreicht man den Zentralruf der deutschen Autoversicherer unter Tel. 0049-40-300 330 300. Anhand des Kfz-Kennzeichens kann man dann erfahren, welche Versicherung des Unfallgegners zuständig ist und ggf. welche Verhaltensweisen (z. B. eine Unfallbegutachtung) diese nun verlangt.

Rechtsschutzversicherungen

Die Regulierung von Unfällen im Ausland dauert i.d.R. viel länger als im Inland. Denn dafür müssen erst Unfalldokumente und ggf. Sachverständigengutachten geprüft und auch noch übersetzt werden. Zwar gilt hier eine Frist von drei Monaten. „Doch diese Frist beginnt erst, wenn dem Beauftragten alle erforderlichen Unterlagen vorliegen“, informiert Loew. „Damit man wegen der Sprachprobleme und der Unkenntnis der Rechtsgepflogenheiten im Unfallland seine eigene Rechtsposition nicht unwissentlich schmälert, empfiehlt es sich daher, einen mit dem Recht im Unfallland vertrauten Rechtsanwalt zu beauftragen.“ Die meisten Rechtsschutzversicherer übernehmen dafür nach Rücksprache die Kosten.

Einige inländische Kfz-Versicherungen bieten als Zusatzleistung zur bestehenden Versicherung für einen zweistelligen Betrag im Jahr einen „Auslandsfahrtenschutz“ an. Dieser leistet Schadensersatz für Personen- und Sachschäden nach deutschem Recht in einer vertraglich geregelten Höhe von der eigenen Versicherung. Bei Detailfragen helfen die Versicherungskaufleute.

Aus all dem wird klar: Unfälle im Ausland sind noch ärgerlicher und langwieriger als hierzulande. Unfallopfern bleibt ein kleiner Trost: Reagiert der Schadenregulierungsbeauftragte innerhalb von drei Monaten nicht oder nicht angemessen, kann sich der Geschädigte an die nationale Entschädigungsstelle, die Verkehrsopferhilfe in Berlin wenden.

Internet: www.verkehrsopferhilfe.de

 

Outdoor-Urlaub und Versicherungen

 

Geschützt Campen

Versmold, 5. Juli 2017 - Outdoor ist trendy: Mit Rucksack, Zelt und Schlafsack werden in den nächsten Wochen viele naturverbunden ihren Sommerurlaub genießen. Doch eine gute Qutdoor-Ausrüstung kann schon leicht eine vierstellige Summe kosten. Gut, dass einige Versicherer eine spezielle Campingversicherung ab zirka 35 Euro Jahresbetrag anbieten.

„Wenn man auf offiziell ausgewiesenen Campingplätzen sein Zelt aufschlägt oder das Wohnmobil bzw. den Wohnwagen parkt, entschädigt diese Versicherung Schäden, die durch Sturm, Brand, Blitzeinschlag, Diebstahl, Einbruch sowie durch mutwillige Sachbeschädigung entstanden sind“, informiert Hartmut Loew, Sprecher des Bezirks Ostwestfalen-Lippe im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). „Dabei sind auch wertvolle Foto-, Video- und auch mobile TV-Geräte versichert.“

Wichtig: Die Campingversicherung gilt im Regelfall nur innerhalb Europas und nicht während der Fahrt. Eine Reisegepäckversicherung kann hierbei weiterhelfen, beispielsweise wenn das Gepäck während der Reise gestohlen oder bei einem Unfall beschädigt wurde. Vorteil: Sie gilt auf der ganzen Welt. Versichert ist der Zeitwert, also derjenige Wert, den die Sachen zum Zeitpunkt des Versicherungsfalls noch hatten.

„Die Reisegepäckversicherung sollte den Wert des gesamten mitgenommenen Gepäcks umfassen, also auch teure technische Spezialgeräte und Outdoor-Ausrüstungen“, betonen Loew und Kollegen. „Auch Beschädigungen durch Elementarrisiken wie Sturm, Waldbrände und Überschwemmungen sollten während der Reise abgedeckt sein.“

Wenn Gegenstände mitgenommen werden, die auch beruflich genutzt werden, wie Handy oder Laptop, sind diese nur mitversichert, wenn es ausdrücklich in dem Versicherungsvertrag festgehalten wurde. Auch für Wohnmobile gilt Besonderes: Für diese benötigt man eine Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung, eine Voll- bzw. Teilkasko-Versicherung ist für beide - Wohnmobile sowie Wohnwagen - empfehlenswert.

Für privat Unfallversicherte hat Loew noch einen Tipp: Kommt es zu einem Unfall, sollte dies dem Versicherer unverzüglich gemeldet werden, auch bei einem Auslandsaufenthalt. Damit sichert man sich seine Ansprüche. Empfehlenswert ist deshalb, die Schadenshotlines der eigenen Versicherer ebenfalls im Gepäck zu haben oder die des betreuenden Versicherungskaufmanns.

 

 

Sommer und Brutzelspass

 

Wenn aus der Grillparty

ein Versicherungsfall wird

Versmold, 20.06.2017 - Die nächsten heißen Tage bieten sich fürs Grillen an. Leider steigt mit der Hochsaison für Steak, Bratwurst und Co. auch die Unfallgefahr: Durch Unachtsamkeiten und leichtfertigen Umgang mit offenem Feuer kommt es jährlich zu rund 4.000 schweren Grillunfällen in Deutschland, mehr als 500 davon mit schwersten Verbrennungen.

Die häufigste Ursache sind laut Brandexperten Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin. Werden sie unüberlegt in die Flammen gegossen, können durch explosionsartige Verpuffungen hohe Stichflammen mit Temperaturen von bis zu 1.800 Grad Celsius entstehen. Daher sollten nur ungefährliche Grillanzünder (zum Beispiel Anzündwürfel) verwendet werden. 

Falls es trotz aller Sicherheitsmaßnahmen zu unvorhergesehen Schäden kommt, helfen private Unfall- und Haftpflichtversicherungen, um zumindest finanziell abgesichert zu sein. „Da Grillen ein privates Freizeitvergnügen ist, kommt die gesetzliche Unfallversicherung nicht für die finanziellen Folgen eines Unfalls auf“, informiert Hartmut Loew, Sprecher des Bezirks Ostwestfalen-Lippe im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).

Geeignete Vorsichtsmaßnahmen und einen sachkundigen Umgang mit dem Grill können aber die Versicherungen ihren Kunden nicht abnehmen. „War bei einem Grillunfall etwa Alkohol im Spiel, kann die private Unfallversicherung auch die Zahlungen verweigern bzw. der Versicherungskunde muss beweisen, dass der Unfall auch ohne Alkohol eingetreten wäre, damit er seine vereinbarten privaten Leistungen erhält“, informiert Loew.

Neben dem eigenen Verletzungsrisiko besteht beim Grillen auch die Gefahr, umstehenden Personen Schaden zuzufügen. In diesem Fall kann der Geschädigte vom Verursacher Schmerzensgeld, einen finanziellen Ausgleich für Verdienstausfall und schlimmstenfalls bei Dauerfolgen eine lebenslange Rente verlangen. Eine private Haftpflichtversicherung schützt hierbei vor weiteren finanziellen Verpflichtungen und wehrt ggf. unberechtigte Ansprüche ab. „Auch für Sachschäden, wenn beispielsweise des Nachbars Markisen durch Funkenflug beschädigt werden, kommt die private Haftpflichtversicherung auf“, betont Loew.

 

 

Zur Zeckensaison Unfallversicherung prüfen

 

Tipp: Vertragsumstellung auf neue Bedingungen fordern

Versmold, 8. Juni 2017 – Waldspaziergänge gelten als erholsam. Doch manchmal lauern dort auch Gefahren wie Zecken, die Bakterien und Viren übertragen können. Ihr Biss gilt auch als Unfall, wenn der privaten Unfallversicherung die neuesten Bedingungen zugrunde liegen. Darauf macht der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) aufmerksam. Die Umstellung alter Verträge auf neuere Bedingungen erfolgt jedoch nicht automatisch. Man muss sie verlangen, wenn man finanziell besser geschützt sein will.

Abgesehen von einigen spezialisierten Unternehmen, die schon seit Jahren in anspruchsvollen Verträgen die Folgen von Zeckenbissen als Unfälle anerkennen, hat sich das Gros der Versicherer bisher an die traditionelle Unfalldefinition geklammert, wonach ein "plötzlich und unabwendbar von außen kommendes Ereignis" Voraussetzung für einen anerkannten Unfall ist. Als solcher gilt dann ein zunächst unbemerkter Zeckenbiss nicht. Die Folge: Weder bei der Bakterien-Infektion Borreliose noch bei Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) noch bei Myelitis (Rückenmarkserkrankung), den drei möglichen schlimmen Folgen von Bissen infizierter Zecken, gab es bisher das für einen Unfall vereinbarte Geld. Auf Krankenhaustagegeld, noch auf eine finanzielle Abfindung oder Rente warteten die Versicherten vergebens.

Wer diesen finanziellen Schutz für wichtig hält, der sollte die Vertragsumstellung auf neuere Bedingungen fordern, empfiehlt Hartmut Loew, Sprecher des Bezirks Ostwestfalen-Lippe im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Denn Infektionen mit lebenslangen Krankheitsfolgen können gewaltige und teure Umstellungen der Lebensführung erzwingen. Besonders Familien sollten darauf achten, dass ihre Unfallversicherungen auch Zeckenbisse als Unfälle im Versicherungsschutz eingeschlossen haben. Der Nachweis muss durch eine gesonderte ärztliche Feststellung erfolgen, die dann gegenüber der Versicherung als der Unfalltag gilt.

Auch sollten Versicherte ihre Verträge auf den Einschluss von so genannten Assistance-Leistungen überprüfen. Diese beinhalten Haushaltshilfen und Dienstleistungen, wenn man aufgrund eines Unfalls so schwer geschädigt worden ist, dass die Verrichtung alltäglicher Aufgaben nicht selbst bewältigt werden kann. Zudem gibt es Tarife, die Krankenhaustagegeld zahlen, wenn eine stationäre Behandlung notwendig geworden ist. Zu den einzelnen Tarifdetails befragt man am besten den Versicherungsvermittler seines Vertrauens.

 

Rauchmelder retten Leben

 

Mit Einbau vermeiden außerdem Versicherte Hakeleien

Versmold, 22. Dezember 2016 - Jedes Jahr kommen 400 Menschen bei Wohnungsbränden ums Leben und zehnmal so viele erleiden Brandschäden. Bränden geht meist ein Rauchentwicklung voraus. Deswegen kann eine frühzeitige Warnung durch Rauchmelder Leben und Sachwerte retten. Dies hat auch der Gesetzgeber berücksichtigt, so dass in den meisten Bundesländern der Einbau von Rauchmeldern in allen Wohnungen verpflichtend ist. Ab 1. Januar 2017 wird diese Pflicht auch in den letzten Bundesländern und für alte Wohnungen umgesetzt.

Doch abgesehen von der gesetzlichen Pflicht: Wie sieht es mit dem Versicherungsschutz durch Wohngebäude- und Hausratversicherungen aus? Dürfen die Versicherungen den Einbau von Rauchmeldern zur Voraussetzung machen, um das Brandrisiko überhaupt zu versichern? Das fragen sich jetzt viele Eigentümer von Immobilien als auch Mieter.

„Grundsätzlich müssen Versicherte alle gesetzlichen und behördlichen Sicherheitsregelungen befolgen, also auch die Installation von Rauchmeldern“, betont Hartmut Loew, Sprecher des Bezirks Ostwestfalen-Lippe im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). „Aber praktisch gibt es bislang kaum Auswirkungen auf den Versicherungsschutz, wenn ein Rauchmelder fehlt. Denn für eine Weigerung der Versicherung, den Brandschaden zu begleichen, müsste das Fehlen des Rauchmelders für den Brand ursächlich sein.“

Dennoch warnen Loew und Kollegen die gesetzliche Einbaupflicht zu vernachlässigen: Wem das eigene Leben lieb und teuer ist, sollte Rauchmelder installieren. Denn es ist erwiesen, dass auf Flur- und Schlafzimmerdecken installierte Rauchmelder Leben retten können, indem sie frühzeitig vor Bränden warnen. Außerdem haben Versicherte, also sowohl Eigentümer als auch Mieter eine Pflicht, Schäden zu minimieren. Daher überprüfen Versicherungen vor ihrer Zahlung sehr genau, ob Versicherte auch alles dafür getan haben. Die Installation der Rauchmelder an Decken kann hier unangenehme Korrespondenz mit dem eigenen Versicherer vermeiden und Leben retten.