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Ratgeber - Auto

Da wird der Hirsch zum Elefanten

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Wildunfälle: So schützen Sie sich

Wenn es dunkel wird, wird’s gefährlich – dann kreuzen nämlich Wildtiere die Landstraßen. 2015 wurden 213.000 Wildunfälle erfasst. Reflektoren, das richtige Fahrverhalten und eine App können helfen, diese Zahl zu senken.

Doch was tun, wenn sich ein ausgewachsenes Wildschwein zeigt? „Autofahrer sollten dringend auf riskante Ausweichmanöver verzichten“, rät Detlef Beneke. Stattdessen gibt der Vertriebsdirektor der Concordia und aktive Jäger folgende Tipps zum Fahrverhalten:

  • In der Dämmerung und nachts besonders aufpassen. Dann ist das Wild unterwegs, auf Landstraßen nahe Waldgebieten ist das Risiko besonders hoch.
  • Entsprechende Schilder beachten, langsamer fahren. In solchen Gebieten sollten Sie die Geschwindigkeit reduzieren, um bremsbereit zu sein.
  • Verhalten, wenn ein Tier im Scheinwerferlicht auftaucht: Scheinwerferlicht auf, sofort abblenden, bremsen und hupen.
  • Unbedingt an den nachfolgenden Verkehr denken: Eventuell die Warnblinkanlage anschalten, sich mit Blick in den Rückspiegel informieren.
  • Hintergrundinformation zum Verhalten der Tiere: Rechnen Sie mit Nachzüglern, denn Wildtiere sind selten allein unterwegs.

Und wenn es doch gekracht hat?

Zunächst müssen Sie die Warnblinker einschalten und die Unfallstelle absichern. Sind Menschen verletzt worden? Dann wählen Sie direkt den Notruf 112. Verletzte Tiere sollten Sie an den Randstreifen schaffen und flüchtenden Tieren bitte nicht folgen.

Achtung:

Getötetes Wild dürfen Sie nicht mitnehmen — das gilt als Wilderei und wird bestraft. Verständigen Sie die Polizei, diese informiert den zuständigen Jäger. Den Schaden bitte möglichst rasch der Versicherung melden.

Hilfreich: blaue Reflektoren und eine App

Blaue Reflektoren an den Verkehrsleitpfählen werden von den Tieren als Warnsignal wahrgenommen. Dadurch können die Wildunfälle drastisch gesenkt werden. „In einem Modellversuch im Raum Hannover haben sich die Unfallzahlen halbiert. Deshalb unterstützen wir die Verbreitung der Reflektoren über unsere Agenturen“, so Concordia-Vertriebsdirektor Beneke.

Langfristig könnte auch die App „Tierfund-Kataster“ helfen, die Zahl der Wildunfälle zu senken. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat diese App entwickelt. Damit können zum ersten Mal bundesweit Wildunfälle erfasst werden. Dies ist auch über die Website www.tierfund-kataster.de möglich. Dort können Datum, Wildart und Standort eingegeben werden. Möglich ist es auch, diese Daten auf dem Smartphone zu speichern, falls man an einem Ort ohne Internetverbindung ist.
Mit den so erfassten Daten können Straßen, auf denen besonders viele Wildunfälle passieren, identifiziert werden. So können dann wirksame Gegenmaßnahmen gestartet und etwa Straßen anders gestaltet werden.

Schwergewichte auf der Landstraße

Wahrscheinlich ist die Zahl der Wildunfälle um ein Vielfaches höher. Die meisten Wildunfälle werden nämlich nicht gemeldet. Die Kräfte, die bei einem Wildunfall entstehen, sind enorm. Sie lassen sich mit den Schwergewichten aus der Tierwelt anschaulich darstellen. Der ADAC hat einmal die Kräfte errechnet, die bei einer Kollision mit Tieren auftreten.

Prallt ein Auto mit einer Geschwindigkeit von nur 60 km/h auf einen Rothirsch, werden Kräfte frei, die dem Gewicht eines Elefanten entsprechen. Und der wiegt immerhin 5 Tonnen. Ein Wildschwein nimmt dann plötzlich das Ausmaß eines 3,5 Tonnen schweren Nashorns an.

Der Wildunfall endet oft mit dem Totalschaden

Kein Wunder also, dass bei vielen Wildunfällen die Diagnose der Kfz-Werkstatt schlicht „Totalschaden“ lautet. Der wird allerdings nicht von der Kfz-Haftpflicht, sondern von der Teilkasko-Versicherung abgedeckt. Schäden am Fahrzeug durch einen Ausweichversuch, der im Straßengraben endet, werden über die Vollkaskoversicherung abgewickelt.

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