Gesundheit - Kinderzähne

Kinderzähne richtig pflegen: Das sollten Sie wissen!

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Autorin: Anna Volkenborn

Anna ist Mama von drei Kindern und bloggt auf www.familiemotte.de über das Unterwegssein mit Kindern. Neben Reise- und Ausflugtipps gibt es jede Woche auch Tipps und Inspirationen rund ums Familienleben und Impressionen aus ihrer Heimatstadt Hamburg.

Kinderzähne richtig pflegen: Das sollten Sie wissen!

Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Zähneputzen ist bei meinen Kindern leider gar nicht populär. An den allermeisten Tagen müssen wir ganz schön tief in die Trickkiste greifen, um die Drei zum Zähne putzen zu überreden. Dabei wissen sie: Bei der Zahnpflege machen wir keine Kompromisse – Putzen ist Pflicht! Schließlich sind die kleinen Milchzähnchen noch viel empfindlicher als ein Erwachsenengebiss. Und außerdem: Wer schon mal Zahnschmerzen hatte, weiß wie schmerzhaft das sein kann – eine Erfahrung, die ich meinen Kindern gern so lange wie möglich ersparen möchte.   

 

Wie aber pflege ich die kleinen Kinderzähne von Anfang an richtig? Und wie kriege ich meine Kinder dazu gern zur Zahnbürste zu greifen? Ich habe Ihnen dazu ein paar Tipps und Tricks mitgebracht und erzähle, was bei uns zu Hause (fast) immer funktioniert.

Hurra, das erste Milchzähnchen ist da!

Im Alter zwischen 6 und 12 Monaten blitzt der erste kleine Zahn im Mund Ihres Babys hervor. Vielleicht haben Sie es schon bemerkt, denn oft kündigt sich der Zahn Wochen vorher bereits an. Ihr Baby ist unruhig, will ständig auf etwas herumkauen und sabbert wie verrückt. Der Zahndurchbruch ist oft schmerzhaft, zur Linderung hilft jetzt ein Beißring oder ein Plastiklöffel. Besonders angenehm ist es für Ihr Kind, wenn Sie diesen vorher in den Kühlschrank legen.

 

Wir haben unseren Kindern oft auch eine kleine Zahnbürste zum darauf „herumkauen“ gegeben. So konnten sie sich bereits an die Bürste gewöhnen, obwohl noch kein Zahn in Sicht war.

 

Ist der erste Zahn endlich da, heißt es: Ab jetzt wird geputzt! Besorgen Sie sich dazu eine kleine Babyzahnbürste mit kleinem Bürstenkopf, weichen Borsten und rutschfestem Griff. Auch spezielle Babyzahncremes gibt es, die einen etwas geringeren Fluoridgehalt haben. Lassen Sie Ihr Baby ruhig zuerst „putzen“. So lernt es die Zahnbürste spielerisch kennen und lässt das „Nachputzen“ durch Sie meist einfacher zu.   

Tipps zur Zahngesundheit im ersten Lebensjahr

  • Einmal täglich putzen mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta reicht im ersten Lebensjahr völlig aus. Ab dem zweiten Lebensjahr darf dann zweimal täglich geputzt werden!
  • Fluorid in der Zahnpasta ja oder nein? Das Thema Fluorid ist immer noch umstritten. Völlig zu Unrecht, denn Fluorid stärkt die Zähne und schützt vor Karies. Dennoch sollte es nicht zu viel sein. Nimmt Ihr Kind Fluoridtabletten, sollten Sie sich vor der Auswahl der Zahnpasta mit dem Zahn- oder Kinderarzt besprechen. 
  • Tauschen Sie die Baby-Zahnbürste alle zwei Monate aus, da sich auf den Borsten Bakterien ansammeln.
  • Ihr Kind bekommt noch die Flasche? Dann denken Sie daran die Flasche wegzunehmen, wenn das Kind sichtbar satt ist. Denn Dauernuckeln fördert die Bildung von Karies.
  • Ihr Kind sitzt bereits mit am Tisch und isst? Dann achten Sie auf möglichst wenig Zucker im Essen!
  • Übrigens: Auch Sie sollten ein paar Regeln beachten. Bitte lecken Sie den Schnuller oder Löffel ihres Kindes nicht ab, bevor er wieder im Mund Ihres Babys landet. Kariesbakterien können sich nämlich so ganz leicht von Mund zu Mund übertragen. 

Ich bin schon groß: Zahnpflege bei Kindergartenkindern

Ab dem zweiten Lebensjahr beginnt die Phase, in der Ihr Kind zunehmend alles alleine machen will. Trotzdem: Zahnärzte empfehlen bei Kindern bis zur vierten Klasse das Nachputzen durch die Eltern. Erst dann sind die Kinder motorisch in der Lage, die richtigen Bewegungen auszuführen.

 

Natürlich sollten Sie Ihre Kinder aber auf jeden Fall zum eigenständigen Putzen motivieren. Der erste Schritt dazu: Lassen Sie Ihr Kind eine Zahnbürste und Kinderzahnpasta selbst im Laden aussuchen. Auch wenn Sie selbst mit der Paw Patrol oder Elsa auf Kriegsfuß stehen: Da müssen Sie jetzt durch! Schließlich wollen Sie, dass Ihr Kind gerne Zähne putzt, und das wird es garantiert lieber tun, wenn im Badezimmer ihr Held auf sie wartet.

Tipps zur Zahngesundheit im Kindergartenalter

  • Der erste Zahnarztbesuch wird fällig. Inzwischen gibt es in fast jedem Ort einen speziellen Kinderzahnarzt. Aber auch falls nicht: Wenn Sie mit ihrem eigenen Zahnarzt zufrieden sind, wird dieser sicher auch ihr Kind gut betreuen. Übrigens: Ich persönlich habe – aufgrund einer schlechten Erfahrung - sehr große Angst vor dem Zahnarzt. Dennoch habe ich dies meinen Kindern gegenüber nie geäußert. Schließlich sollen sie völlig unvoreingenommen dorthin gehen. Bisher hat das gut geklappt – sie freuen sich sogar auf jeden Kontrolltermin (klar hinterher gibt´s dort ja auch einen Glitzer- oder Autostempel)! 
  • Zwischen 2 und 6 Jahren können Sie den Gebrauch von Zahnseide mit Ihren Kindern üben.
  • Ab etwa 3 Jahren sollten die Kinder beginnen mit der sogenannten KAI-Methode zu putzen. Dies erfordert ein wenig Übung, deshalb helfen Sie am Anfang unbedingt mit. KAI steht für Kauflächen (K), Außenflächen (A) und Innenflächen (I) und gibt nichts anderes vor als die Reihenfolge, in der geputzt werden sollte. 

Und jetzt allein: Zahnpflege im Grundschulalter

Mit Eintritt in die Grundschule wird Ihr Kind immer selbstständiger. Bei uns war es ungefähr in der zweiten Klasse soweit, dass meine Tochter nicht verstehen konnte, warum sie sich noch von Mama nachputzen lassen sollte. Schließlich ist sie ja schon lange kein Baby mehr.

Wir haben daraufhin einen Kompromiss geschlossen: Morgens darf sie ganz allein putzen, abends putzen Mama oder Papa nach. Das motivierte sie zusätzlich uns und dem Zahnarzt zu beweisen, dass sie selbstständig genug ist und unsere Hilfe nicht mehr braucht.

 

Haben Sie ein etwas putzfaules Kind zu Hause, kann ich Ihnen auch den Gebrauch einer elektrischen Kinderzahnbürste empfehlen. Unsere Große putzt damit deutlich lieber. Viele elektrische Zahnbürsten haben außerdem einen eingebauten Timer, der Musik spielt, wenn die notwendige Putzzeit erreicht ist. Meine Kinder wollen die Musik auf keinen Fall verpassen und putzen daher deutlich länger, als sie es mit einer Handzahnbürste tun würden.       

Tipps zum Putzen im Grundschulalter

  • Ab dem 6. Geburtstag wird es Zeit für eine neue Junior-Zahnpasta.
  • Ab dem 8. Lebensjahr dürfen Kinder auf eine normale Erwachsenenzahnbürste umsteigen.

So motivieren Sie kleine Zahnputzmuffel zum Mitmachen

Ihr Kind hat partout keine Lust zum Putzen, brüllt und schreit vielleicht sogar oder presst die Lippen aufeinander? Keine Sorge: Das kennen alle Eltern. Auch wir haben an manchen Tagen mit Engelszungen auf die Kinder eingeredet, um sie zum Zähneputzen zu überreden.

 

Wenn gar nichts mehr geht, helfen ein paar kleine Tricks.

Hier kommen unsere TOP 6 – Zahnputz-Motivations-Ideen:

  1. Mit der Eisenbahn nach Zahnputzhausen: Immer, wenn meine Kinder den Gang ins Bad verweigern, kommt die Eisenbahn nach Zahnputzhausen, um sie abzuholen. Dabei dürfen sie dann auf den Rücken von mir oder meinem Mann klettern und unter lauten Hup- und Tut-Geräuschen durch das ganze Haus fahren. Endstation ist natürlich das Badezimmer aka Zahnputzhausen.
  2. Gegenseitig Zähne putzen: Das war und ist noch immer der große Renner bei meinen Kindern! Während ich also die Zähne meiner Kinder putze, dürfen die das natürlich auch bei mir.  
  3. Geschichten erfinden: Sogar meine 8-Jährige findet es noch superlustig, wenn wir kleine Zahnputzgeschichten erfinden. Zum Beispiel sitzt da plötzlich ein dicker Elefant im Mund, den wir ganz dringend verscheuchen müssen (funktioniert auch mit jedem anderen Tier- eine Zeit lang waren Spinnen hier sehr angesagt). Oder die Zahnpasta wird zu Drachenspucke, die unsichtbar macht. Huch, wo ist denn plötzlich das Kind hin? Bitte danach auch so tun, als wäre Ihr Kind wirklich verschwunden und übertrieben nach ihm suchen – sorgt garantiert für Riesenlacher.  
  4. Weitspucken: Ist eine kleine Sauerei, aber es lohnt sich. Hin und wieder dürfen unsere Kinder über der Badewanne Zähne putzen und einen Weitspuckwettbewerb veranstalten: Wer spuckt die Zahnpasta am weitesten? Und wer trifft mit der Spucke die Gummiente in der Wanne?  
  5. Vorlesen: Während die Kinder putzen, lesen wir vor. Da es im Bett sowieso jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte gibt, ist das Extra-Buch zum Zähneputzen ein zusätzlicher Anreiz. Meine Kinder lieben es nämlich seit jeher, wenn wir ihnen vorlesen (sogar die 3.-Klässlerin, die ja eigentlich schon sehr gut allein lesen kann).
  6. Belohnungssticker: Klappt besonders bei ganz kleinen Kindern super! Für jedes Mal Zähne putzen darf ein Elsa-, Cars-, Regenbogen-, Einhorn-, Bagger-, Feen- oder Superhelden-Sticker aufgeklebt werden. Bei 10 (oder wahlweise 15, 20 oder 30) Stickern dürfen die Kids sich z.B. ihr Lieblingsessen wünschen.

Warum Sie auch über eine Zahnzusatzversicherung nachdenken sollten

Aus eigener Erfahrung weiß ich inzwischen selbst, dass immer ein Restrisiko bestehen bleibt. Auch wenn Ihre Kinder regelmäßig putzen, Vorsorgetermine beim Zahnarzt wahrnehmen und gesund essen. Bei meiner großen Tochter zum Beispiel erlebten wir Folgendes: Sie hatte sehr kleine Milchzähne, die bleibenden Zähne aber waren zu groß für ihren kleinen Kiefer. Das Ergebnis ist eine Fehlstellung einiger Zähne, die durch eine Zahnspange korrigiert werden muss.

 

Auch mein Sohn bescherte uns einen Schreckmoment: Als nämlich die Zahnärztin einen Verdacht auf ein zu kurzes Zungenbändchen äußerte. Dies hat sich letztlich nicht bestätigt, hätte aber -falls doch- eine sehr teure notwendige kieferorthopädische Behandlung nach sich gezogen.

Damit Sie für solche Fälle gerüstet sind, sollten Sie sich bereits im Kindesalter über die Zahnzusatzversicherung informieren. Nicht nur, dass Ihre Kinder frühzeitig geschützt sind und in der Regel problemlos versichert werden können, wer bereits frühzeitig eine Versicherung abschließt, profitiert von günstigeren Einstiegsbeiträgen. 

Die Zahnzusatzversicherungen der Concordia schützen Sie und Ihre Familie vor zu hohen Kosten für Zahnersatz und Zahnbehandlung. Je nach Tarif übernimmt diese – neben den Kosten für die kieferorthopädische Behandlung – zum Beispiel auch Leistungen für Wurzel- und Parodontosebehandlung oder auch professionelle Zahnreinigung.

Zahnpflege soll Spaß machen!

Ja, die richtige Zahnpflege macht ein bisschen Arbeit. Aber Sie werden sehen: Es lohnt sich! Denn je weniger Zeit Sie beim Zahnarzt verbringen müssen, desto mehr Zeit bleibt für die schönen Dinge im Leben. Vielleicht halten Sie es wie meine Kinder – die wissen nämlich genau: Nur wer regelmäßig und gründlich Zähne putzt, der darf auch mal ein Eis essen.