Autor

Autorin: Sabine Leuschner

Sabine Leuschner (56) gründete 2003 ihre eigene Werbeagentur, die sie inzwischen zusammen mit Ehemann Jochen betreibt. Die Wirtschaftsingenieurin für Werbewirtschaft / Werbetechnik ist zuständig für Konzeption, Text und Printlayouts sowie den Werbemittelbereich.

Privat hat sie ein Faible für Wohndesign und hat sich inzwischen zur Spezialistin für Gartenplanung und -gestaltung entwickelt, immer unterstützt von Hündin Amy.

Seit 2013 lebt, seit 2014 arbeitet sie in ihrem Landhaus direkt am Weinberg und wird oft von Spaziergängern auf Haus und Garten angesprochen. Ihre Erfahrungen teilt sie in ihrem Blog „Abenteuer Hauskauf“.

WohnenVorsorge

Traumhaus gefunden – Tipps und erste Schritte zur Realisierung des großen Abenteuers

Im Ballungsraum eine bezahlbare Immobilie oder ein Baugrundstück zu finden, ist wie ein Sechser im Lotto. Die Zeit ist üblicherweise knapp, denn die Interessenten stehen Schlange. Trotzdem heißt es jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren, um den optimalen Finanzierungspartner zu finden – schließlich muss man sich mindestens 10 Jahre treu bleiben.

Die Haussuche beginnt

Um es vorweg zu nehmen: Ich wollte nie eine Immobilie und die damit verbundenen Verpflichtungen haben!  Nachdem wir aber das zweite Mal Pech mit unserem Vermieter hatten und jedes Mal viel Geld kaputt gemacht haben, wurde der Gedanke an was „Eigenes“ immer verlockender. Mit dem Mut der Verzweiflung suchten wir vier Monate weiträumig in zwei Landkreisen nach einer passenden Immobilie – idealerweise groß genug, um Wohnen und Arbeiten unter einem Dach unterzubringen und trotzdem bezahlbar. Nach Baugrundstücken zu suchen, haben wir sehr schnell wieder aufgegeben, denn die sind bei uns noch rarer und die Zeitspanne bis zum Umzug wäre zu groß gewesen.

Holpriger Start ins Eigenheim

Unser Haus haben wir so gekauft, wie ich es niemandem empfehlen würde, nämlich ohne stehende Finanzierung. Zu unserer Verteidigung muss man sagen, dass der Preis mehr als ok war, weil Haus und Garten  – vorsichtig ausgedrückt – komplett vergammelt waren. Es brauchte viel Phantasie, die wir zum Glück von Berufs wegen haben, um den Kauf trotzdem zu wagen. Wichtige Kriterien waren neben dem Preis die unverbaubare Lage direkt am Weinberg, die gute Grundsubstanz, das bereits erneuerte Dach und die zwei komplett getrennten Stockwerke für Wohnen und Arbeiten.   

Erst im Nachhinein ist mir klar geworden, dass wir trotzdem leichtsinnig waren. Klar habe ich den Finanzbedarf geplant, angefangen mit Kaufpreis und Nebenkosten. Schwieriger wurde es mit der Renovierung, denn jedes alte Haus ist eine Wundertüte. Wenn man anfängt, die auszupacken, kommen Überraschungen zutage, die ungeplante Folgekosten nach sich ziehen. Und nach Murphys Law immer alles auf einmal – uns hat z.B. die Heizung verlassen, als wir gerade mitten im Neuaufbau unserer Terrasse im ersten Stock waren.

Ein Schritt nach dem anderen

Da wir nicht so viele Schulden machen wollten, haben wir mit dem Kauf nur die Renovierung des Wohngeschosses mitfinanziert. Von Anfang an haben wir unterschieden in „Must be“ und „Nice to have“. Das heißt, alles was nicht unbedingt sein musste, haben wir zwar mitgeplant, aber zunächst nicht ausgeführt. Das hat auch den Vorteil, dass man Vieles später in Eigenleistung ausführen kann.  Diese wiederum sollte man in der Anfangsphase nicht überschätzen, denn wir waren ganz schnell unser eigener Engpass – wir sind an den Tapetenschichten aus 40 Jahren fast verzweifelt, die unterste Schicht war mit Textilkleber auf die nicht grundierten Wände geklebt worden.

Die Renovierung der Firmenräume haben wir nicht mitfinanziert, sondern sukzessive aus dem Laufenden bezahlt. Was aber dazu geführt hat, dass unsere Kapitaldecke zeitweise ziemlich dünn war, wir quasi von der Hand in den Mund gelebt haben. Heute würde ich deutlich mehr Reserven einplanen, vor allem bei den momentan explodierenden Baukosten. Da wir überhaupt nicht abschätzen konnten, wie viel Geld wir für die Renovierung benötigen und als Selbstständige kein regelmäßiges Einkommen haben, war uns wichtig, dass unsere monatliche Belastung nicht höher ist als die Miete, die wir vorher bezahlt haben. Ergänzend wünschten wir uns flexible Sondertilgungsmöglichkeiten.

Die Moral der Geschicht‘

Idealerweise plant man in die Zukunft: Wir nutzen z.B. momentan das untere Stockwerk mit eigenem Eingang komplett für unsere Agentur. Die Firmenküche ist eine reine Kaffeeküche, trotzdem haben wir einen Platz für den Herd eingeplant und den Anschluss entsprechend legen lassen. Im renovierten Bad, das momentan nur als Toilette genutzt wird, liegen Anschluss und Abfluss für eine Dusche, es kann einfach weitergebaut werden, ohne die Wände erneut aufzuschlagen.

Es gibt einen Plan, welche Wand geschlossen werden müsste und die Idee eines zweiten Eingangs im EG, um einen Teil vermieten zu können, denn wir wollen unser Haus nicht verkaufen müssen, weil es uns zu groß und/oder zu teuer geworden ist.

Weder unterschätzen noch vergessen sollte man die Außenanlagen, denn zumindest die Hauptzugangswege, die Einfahrt und alle Stützelemente sollten vom Profi ausgeführt  werden. Wer Spaß daran hat, kann alles andere selbst nach und nach umsetzen. Viele Pflanzen und Bäume führen bei uns ihr zweites Leben, wir konnten sie günstig kaufen oder haben sie sogar geschenkt bekommen. Der Granit in unserer Einfahrt lag früher eine Straße weiter, dafür haben sich Abholer über unsere Waschbetonplatten, Knochensteine, Pflanzringe und den Splitt gefreut.

Vorausschauend planen und finanzieren

Wichtiger denn je bei den gestiegenen Immobilien- und Baupreisen ist die Zukunftssicherheit und Wertstabilität. Denn auch wenn die Zinsen jetzt noch niedrig sind, muss man überlegen, ob die Immobilie in 10 Jahren den Preis noch hergibt oder im Idealfall sogar eine Wertsteigerung erfahren hat. Bei neuen Immobilien kann  man nach 10 Jahren mit den ersten Renovierungen rechnen, bei Bestandsimmobilien sollte laufender Renovierungsbedarf eingeplant werden.  Und trotz aller Verpflichtungen bin ich inzwischen erklärter Fan von Haus und Garten, unter anderem auch, weil ich endlich einen Hund aus dem Tierschutz holen konnte.  :-) 

Tipps für den sicheren Weg ins Eigenheim
  • Im Ballungsraum weiträumig nach einer Immobilie suchen
  • Frühzeitig einen passenden Finanzierungspartner mit ins Boot nehmen. Die Concordia steht Ihnen hier gern mit einer unabhängigen, kostenfreien Beratung zur Seite.
  • Zusammen über Neubau oder Bestandsimmobilie entscheiden
  • Anforderungen an die Immobilie festlegen – Lage, Infrastruktur berücksichtigen
  • Finanzierungsbedarf und monatliche Belastungen planen
  • Eigenleistung realistisch einschätzen
  • (Neu)Anlage der Außenanlagen nicht vergessen
  • Nachhaltigkeit – wie wertstabil ist meine Immobilie